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Ein neuer Editor für WordPress?

Typewriter

Mal ehrlich, wie gefällt Euch eigentlich der Editor von WordPress? Benutzt Ihr ihn eigentlich und wenn ja wie? Ich selbst muss gestehen, dass ich den größten Teil meiner Blogbeiträge in einem ganz normalen Plaintext Editor verfasse, ein wenig mit HTML-Tags vorbereite und erst am Ende nach WordPress wechsle, um die letzten Stylings zu machen, ein bisschen Preview und meist eine etwas unglückliche Fehlerkorrektur vornehme. Nein, ich bin kein großer Freund des WordPress Editors und das ist eigentlich kein gutes Urteil, wenn man bedenkt, dass im Herzen eines Blogsystems eigentlich der Editor schlagen sollte.

Nun scheine ich damit nicht ganz alleine zu sein, zumindest ist der Editor eines der Fokusprojekte für das Projekt WordPress 4.8. Derzeit läuft deshalb eine Umfrage, wie der Editor denn bisher eigentlich genutzt wird.

Was? Eine Umfrage? Ja, denn bisher gibt es noch kein geeignetes Instrument, tatsächliches Userfeedback einzuholen. Vielleicht eine der spannendsten Debatten in der WordPress Entwickler⋅innenszene ist derzeit, wie man eigentlich eine 80:20-Regel grob einhalten möchte (“wenn es 80 Prozent der Leute nützt eignet es sich für den Core”), wenn man nicht über die geringsten Daten verfügt, wie WordPress eigentlich genutzt wird. Man erinnere sich an die Diskussion, den Blocksatz-Button aus dem Editor zu entfernen. Doch, das Thema, wie man Nutzer⋅innen-Daten am besten erhebt und welche Diskussionen dazu laufen, bietet sicher genug Stoff für einen eigenen Beitrag. Eine Umfrage also. Angesichts der letztlich nicht vorhandenen Datenlage ist das sicher der beste Ansatz.

Natürlich erhofft man sich davon interessante Einblicke, welche Features man erhalten sollte, welche stören oder gar weg können. Mich stört beispielsweise ganz enorm, dass ich bei langen Texten Ewigkeiten scrollen muss, bis ich zu den darunterliegenden Metaboxen komme (Man kann das übrigens oben rechts bei Screen Options abstellen). Doch natürlich bleibt es nicht nur dabei, Daten zu erheben, vielmehr wird schon längst an einem neuen Editor gebastelt und erste Prototypen und Mockups liegen vor, die wirklich vielversprechend sind.

Gutenberg. Prototyping since 1440.

Der Prototyp, an welchem gearbeitet wird, heißt “Gutenberg” und zielt darauf umfangreiche und auch designlastige Beiträge so mühelos wie möglich zu erstellen. Statt sich also einen Text als solide Einheit vorzustellen, ist der Ansatz hier, Texte eher in Blöcken zu denken, welche dann schnell durch den Text manövriert werden können. Ein Block muss dabei nicht nur ein Absatz sein, sondern kann auch aus einem Bild, einem Video oder anderen Elementen bestehen. Ein Ansatz, der durchaus nicht unüblich ist, wenn man mal mit dem einen oder der anderen Webdesigner⋅in gesprochen hat.

Ich habe einen kleinen Screencast vorbereitet, der Euch den neuen Editor zeigt, so wie er heute zu finden ist.

Ich muss gestehen, mir gefallen solche Editoren und auf jeden Fall gefällt mir der Weg, der hier eingeschlagen wird. Ob ich am Ende tatsächlich meine Texte darin schreiben werde, weiß ich noch nicht, aber toll sieht es aus. Die Arbeit an dem Editor ist in vollem Gange. Tammie Lister bittet darum, den Prototypen ausführlich zu testen und Fragen zu beantworten wie beispielsweise

  • Kannst Du auf den ersten Blick erklären, wozu jede Sektion gut ist?
  • Kannst Du einen Absatz schreiben und wie fühlt es sich an?
  • Kannst Du ein Bild hinzufügen? Ist das schwierig?

Getestet werden kann Gutenberg hier. Die Entwicklung und auch das Bugreporting finden auf Github statt. Derzeit wird daran gearbeitet Gutenberg zu einem Featured Plugin weiterzuentwickeln, so dass jede⋅r sich selbst ein Bild verschaffen kann und den neuen Editor als Plugin testen kann. Die technischen Schwierigkeiten und die Zukunft von post_content werden unter anderem in diesem Beitrag diskutiert. Wie separiert man die Blöcke, um sie handhabbar zu machen, ohne die post_content-Spalte der Datenbank zuzumüllen? Vorschläge reichen von data--Attributen an HTML-Elementen bis hin zu HTML-Kommentaren wie <!-- wp:image -->.

Wirklich viel kann man natürlich noch nicht sagen, da alles noch ziemlich am Anfang steht, aber der neue Editor, das wird auf den ersten Blick sichtbar, hält einige Überraschungen bereit und auch unzählige Fragen wie Browsersupport für IE8 und ähnliches.

Wenn Du an der derzeitigen Umfrage zum aktuellen Editor noch nicht teilgenommen hast, kannst Du das hier schnell nachholen. Was hältst Du vom aktuellen Editor und wie findest Du den Entwurf für den Neuen?